Gesetz und Evangelium

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1. Gesetz und Evangelium / sind beide Gottesgaben, / die wir in unserm Christentum / beständig nötig haben. / Doch bleibt ein großer Unterschied, / den nur ein solches Auge sieht, / das Gottes Geist erleuchtet.

1. Gesetz und Evangelium / sind beide Gottesgaben, / die wir in unserm Christentum / beständig nötig haben. / Doch bleibt ein großer Unterschied, / den nur ein solches Auge sieht, / das Gottes Geist erleuchtet.

2. Was Gott in seim Gesetz uns zeigt, / ist uns ins Herz geschrieben. / Wir sollen danach jederzeit / Gott und den Nächsten lieben. / Dass aber Gott die Welt geliebt / und seinen Sohn für Sünder gibt, / muss er selbst offenbaren.

3. In dem Gesetz wird unsre Pflicht / uns ernstlich vorgetragen. / Das Evangelium kann nichts / als nur von Gnade sagen. / Eins zeigt dir, was du tun sollst, an, / das Andre lehrt, was Gott getan. / Dies fordert, jenes schenket.

4. Was das Gesetz dir auch verspricht, / das wirst du nicht bekommen, / es sei denn, dass du die Gebot / gehalten hast vollkommen. / Was Christi Gnade uns verheißt, / wird dem, der gläubig sich erweist, / frei und umsonst gegeben. Lk 10,28

5. Wo das Gesetz den Sünder trifft, / da schlägt es ihn hart nieder. / Das Evangelium verbindt / und heilt die Wunden wieder. / Eins predigt Sünde, Zorn und Fluch, / das Andre schreibt ins Lebensbuch, / dich durch des Heilands Wunden. Lk 10,20

6. Eins decket dir dein Elend auf, / das Andre schenkt Erbarmen. / Eins schläget unbarmherzig drauf, / das Andre tröst‘ die Armen. / Eins zeigt und droht dir an den Tod, / das Andre hilft aus aller Not / und bringt dir Geist und Leben.

7. Was das Gesetz zu sagen hat, / gilt selbstgerechten Herzen / und Heuchlern, die schon reich und satt, / die mit der Sünde scherzen. / Des Gnadenwortes heilsam Öl / senkt sich in eine kranke Seel, / die elend und beladen.

8. Hat das Gesetz sein‘ Zweck erreicht, / hörts auf, mich zu verfluchen. / Sein Zwang, sein Blitz, sein Drohen weicht, / wenn ich die Gnade suche. / Es treibt zum Kreuz des Mittlers hin. / Wenn ich an diesen gläubig bin, / so hat der Trost kein Ende.

9. Gib aus dem Evangelium / mir Kraft, Herr, dich zu lieben / und als dein Kind, das frei und froh, / mich im Gesetz zu üben! / Gib Gnade, dass ich meine Pflicht / mit Heiligkeit und Zuversicht / in Lieb und Glauben leiste! Lk 17,10