Eins ist not ach Herr, dies eine

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1. „Eins ist not!“ Ach Herr, dies Eine / lehre mich erkennen doch; / alles Andre, wies auch scheine, / ist ja nur ein schweres Joch, / darunter das Herze sich naget und plaget / und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. / Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, / so werd ich mit Einem in allem ergötzt.

1. „Eins ist not!“ Ach Herr, dies Eine / lehre mich erkennen doch; / alles Andre, wies auch scheine, / ist ja nur ein schweres Joch, / darunter das Herze sich naget und plaget / und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. / Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, / so werd ich mit Einem in allem ergötzt. Lk 10,38-42

2. Seele, willst du dieses finden, / suchs bei keiner Kreatur. / Lass, was irdisch ist, dahinten, / schwing dich über die Natur, / wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, / wo alle vollkommene Fülle erscheinet. / Da, da ist das beste, notwendigste Teil, / mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil.

3. Wie, dies Eine zu genießen, / sich Maria dort befliss, / da sie sich zu Jesu Füßen / voller Andacht niederließ. / Ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, / was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren. / Ihr Sinnen war gänzlich auf Jesus gelenkt, / so wurde ihr alles in Einem geschenkt.

4. So steht nun auch mein Verlangen, / liebster Jesus, nur nach dir; / lass mich treulich an dir hängen, / schenke dich zu eigen mir. / Ob viel auch umkehrten zum größeren Haufen, / so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen. / Denn dein Wort, o Jesus, ist Leben und Geist; / mein Jesus, du bist mir die seligste Speis. Joh 6,60f

5. Aller Weisheit höchste Fülle / in dir ja verborgen liegt. / Gib nur, dass sich auch mein Wille / fein in solche Schranken fügt, / in denen Vertrauen und Demut regieret / und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. / Ach, wenn ich nur Jesus recht kenne und weiß, / so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. Kol 2,9; 1. Kor 1,30

6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen / als nur dich, mein höchstes Gut. / Jesus, es muss mir gelingen durch dein heilges, teures Blut. / Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, / da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben. / Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, / in denen mein Glaube in Ewigkeit prangt.

7. Nun so gib, dass meine Seele / auch nach deinem Bild erwacht. / Du bist ja, den ich erwähle, / mir zur Heiligung gemacht. / Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, / ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben. / Entreiße mich aller vergänglichen Lust, / dein Leben sei, Jesus, mir einzig bewusst. Ps 17,15

8. Ja, was soll ich mehr verlangen? / Mich umströmt die Gnadenflut; / du bist einmal eingegangen / in das Heilge durch dein Blut. / Da hast du die ewge Erlösung errungen, / dass ich nun der höllischen Herrschaft entbunden. / Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, / im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. Hebr 9,12; Röm 8,15

9. Alle Fülle, Fried und Freude / meine Seele jetzt ergötzt, / weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. / Nichts Süßeres kann nun mein Herze noch laben, / als wenn ich nur, Jesus, dich immer soll haben. / Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, / als wenn ich dich, Jesus, im Glauben erblickt. Joh 10,10

10. Drum auch, Jesus, du alleine / sollst mein Ein und Alles sein. / Prüf, erfahre, wie ichs meine, / tilge allen Heuchelschein. / Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, / und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. / Gib, dass ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, / und Jesus gewinne: Dies Eine ist not. Ps 139,23f