Schwing dich auf zu deinem Gott

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1. Schwing dich auf zu deinem Gott, / du betrübte Seele! / Warum liegst du Gott zum Spott / in der Schwermut Höhle? / Merkst du nicht des Satans List? / Er will durch sein Kämpfen / deinen Trost, den Jesus Christ /dir erworben, dämpfen.

1. Schwing dich auf zu deinem Gott, / du betrübte Seele! / Warum liegst du Gott zum Spott / in der Schwermut Höhle? / Merkst du nicht des Satans List? / Er will durch sein Kämpfen / deinen Trost, den Jesus Christ /dir erworben, dämpfen.

2. Schüttle deinen Kopf und sprich: / „Flieh, du alte Schlange! / Was erneust du deinen Stich, / machst mir Angst und Bange? / Ist dir doch der Kopf zerdrückt, / und ich bin durchs Leiden / meines Heilands dir entrückt / in den Saal der Freuden.“ 1. Mos 3,15

3. Hältst du mir mein Sünde vor? / Wo hat Gott befohlen, / dass ich soll mein Urteil mir, / noch bei dir abholen? / Wer hat dir die Macht geschenkt, / andre zu verdammen, / der du selbst doch liegst versenkt / in der Höllen Flammen?

4. Hab ich, was nicht recht, getan, / ist mirs leid von Herzen. / Dahingegen nehm ich an / Christi Blut und Schmerzen. / Das ist der bezahlte Lohn / meiner Missetaten. / Bring ich dies vor Gottes Thron, / ist mir wohl geraten.

5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, / sein Recht meine Krone, / sein Verdienst mein Eigentum, / darin frei ich wohne / als in einem festen Schloss, / das kein Feind kann fällen, / brächt er gleich davor Geschoss / und Gewalt der Höllen.

6. Stürme, Teufel, und du Tod! / Was könnt ihr mir schaden? / Deckt mich doch in meiner Not / Gott mit vielen Gnaden, / der Gott, der mir seinen Sohn / selbst verehrt aus Liebe, / dass der ewge Spott und Hohn / mich nicht dort betrübe.

7. Was sind der Propheten Wort / und Apostel Schreiben, / als ein Licht am dunklen Ort, / Fackeln, die vertreiben / meines Herzens Finsternis / und in Glaubenssachen / das Gewissen fein gewiss / und recht grundfest machen? 2. Petr 1,19

8. Ich bin Gottes, Gott ist mein; / wer ist, der uns scheide? / Dringt das liebe Kreuz herein / mit dem bittern Leide: / Lass es dringen, kommt es doch / von geliebten Händen. / Wie bald weicht des Kreuzes Joch, / wenn es Gott will wenden. Röm 8,38f

9. Kinder, die der Vater soll / ziehn zu allem Guten, / die gedeihen selten wohl / ohne Zucht und Ruten. / Bin ich denn nun Gottes Kind, / warum will ich fliehen, / wenn er mich von meiner Sünd / will zum Guten ziehen? Spr 3,11f

10. Es ist herzlich gut gemeint / mit der Christen Plagen. / Wer auf Erden viel geweint, / soll nicht ewig klagen. / Nein, Gott selbst macht uns bewusst: / Die mit Christus leiden, / die genießen mit ihm Lust, / dort im Reich der Freuden. Hebr 12,6; Röm 8,18

11. Gottes Kinder säen zwar / traurig und mit Tränen, / aber endlich bringt das Jahr, / wonach sie sich sehnen. / Denn es kommt die Erntezeit, / da sie Garben machen. / Da wird all ihr Gram und Leid / lauter Freud und Lachen. Ps 126,5f

12. Ei, so fass, o Christenherz, / alle deine Schmerzen, / wirf sie fröhlich hinterwärts. / Lass des Trostes Kerzen / dich entzünden mehr und mehr. / Gib dem großen Namen / deines Gottes Preis und Ehr! / Er wird helfen. Amen.